Dyskalkulie

Definition Dyskalkulie / Rechenschwäche

Die Dyskalkulie / Rechenschwäche ist erst in der jüngeren Forschung zum Gegenstand der Untersuchung geworden. Sie wird seit ca. 25 Jahren  von Mathematikdidaktikern, Sonderpädagogen und Psychologen zum wissenschaftlichen Gegenstand gemacht.

Ähnlich wie in Bereich der Legasthenie / LRS werden auch im mathematischen Bereich die Begriffe "Dyskalkulie" und "Rechenschwäche" oft synonym gebraucht.


Für eine effektive Hilfe ist auch hier eine Unterscheidung sinnvoll, denn die Ursachen einer Rechenschwäche sind oft andere als die einer Dyskalkulie

Seit 25 Jahren bekannt.

 

 

 

Die Begriffe werden oft synonym benutzt, eine gute Hilfe macht jedoch Unterschiede.

 

Häufigkeit

Es wird angenommen, dass 4-6% der Menschen unter einer Dyskalkulie leiden.

Das betrifft demnach ca. 150.000 deutsche Grundschüler.

Wer hat es?

Auch Dyskalkuliker sind, genausowenig wie Legastheniker, weder dumm noch faul.

Im Gegenteil, meist ist eine mindestens durchschnittliche bis überdurchschnittliche Intelligenz nachweisbar.

Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen.

Ursachen

Die Ursachen einer Dyskalkulie können sehr vielfältig sein.

Neuropsychologische Faktoren (die für das Rechnen zuständigen Gehirnareale müssen ausreichend aktiv sein) und entwicklungspsychologische Faktoren (Vorläuferfähigkeiten zum Rechnen müssen vor Schulbeginn erworben sein) können ursächlich sein.
Wahrnehmungsschwächen sind ebenfalls von Bedeutung und können den Schweregrad der Dyskalkulie beeinflussen, denn ebenso wie der Legasthenie geht mit  der Dyskalkulie eine veränderte Wahrnehmung, also differenzierte Teilleistungen einher. (Teilleistungsschwächen werden definiert als Ausfälle unterschiedlicher Funktionen), die aus dem sonstigen Entwicklungsstand des Kindes ausbrechen. Wahrnehmungen wie die Optik, die Akustik, das Raum- und das Zeitgefüge sind betroffen.

Dadurch kommt es hauptsächlich zu Problemen mit Zahlenräumen, Mengen und Distanzen und allen daraus resultierenden Problemen.

Wie erkennt man Dyskalkulie?

Dyskalkulie zeigt sich in einem grundlegend unzureichenden Verständnis für Zahlen, Mengen, Größen und mathematische Operationen (also Rechensymbolen).

Das gleiche Problem wie bei einer Legasthenie tut sich auf:

Ein scheinbar recht intelligentes Kind kommt in die Schule und kann den im (Mathematik- bzw. Deutsch-) unterricht gemachten Anforderungen nicht gerecht werden.

Mangelndes Verständnis für Zahlen, Mengen, Längen, Maße etc.

 

Durch die differenzierten Sinneswahrnehmungen wird das Kind extrem leicht abgelenkt, wenn es mit Zahlen und den verbundenen Rechenoperationen umgehen muss.

 

Viele Kinder mit Rechenproblemen haben oft auch Schwierigkeiten mit dem Schreiben und / oder Lesen.

Auch beim Erlernen von Fremdsprachen können Schwierigkeiten auftreten.

 

 

Die Lösung

Jede Dyskalkulie ist eine ganz besondere. So muss auch die Förderung in diesem Bereich aussehen.

Zum Beispiel:
Es darf kein "Schema F" auf die Schüler gepresst werden,

es sollte nicht dem regulären Schulfstoff ähnlich gearbeitet werden (der ist für den Schüler uneffektiv).

Eine angenehme, umfangreiche und aussagekräfttige Diagnostik sollte vorangegangen sein, um auf ihr ein Förderkonzept erstellen zu können, das genau zum Schüler passt.