Was ist für wen?

Nachhilfe, Lerntherapie, Lerncoaching, Mental- und Emotionscoaching - Was ist für wen?

Wir im  Lese-Zeichen beschäftigen uns seit längerem  nicht mehr nur ausschließlich mit der reinen Lerntherapie, sondern auch mit den wichtigen Themen Lerncoaching und Emotionscoaching.

Jedes Teammitglied hat hier sein eigenes Steckenpferd. Meines ist das mentale Emotionscoaching - was liegt also näher, als Ihnen von meinem ganz persönlichen Blick über den Tellerrand zu berichten?

Sie fragen sich womöglich:

Was ist das Besondere am Coaching?
Was verbirgt sich hinter den eigentlich recht nichtssagenden, schwierig greifbaren Begriffen?
Für wen ist denn nun Lerntherapie, Lerncoaching oder Mentalcoaching indiziert?

Auch für ausgebildete Lerncoaches und Mentalcoaches wie mich ist es eine Herausforderung, den Facettenreichtum dieser Bereiche in kurze, klare Worte zu fassen.

Tauchen Sie mit mir und uns in all die spannenden Bausteine für erfolgreiches Lernen und Leben ein.

Die Beantwortung all dieser Fragen habe ich mithilfe von Fallbeispielen verständlich für Sie zusammengefasst.

Nachhilfe

Rita hat die letzten Lateinarbeiten deutlich versiebt. Eine 5 jagt die andere. Nun droht ihr eine schlechte Zeugnisnote. Sie blickt durch die Deklinationen und Konjugationen der toten Sprache einfach nicht durch. Sie braucht dringend jemanden, der ihr die Struktur des Lateinischen nochmal von Grund auf erklärt. Die Methoden des Lateinlehrers versteht Rita einfach nicht.

In Ritas Fall bietet sich Nachhilfe an:

Die Schülerin hat Verständnisprobleme und Wissenslücken. Manchmal sprechen Lehrer und Schüler einfach nicht dieselbe „Sprache", manchmal konnte wegen eines Krankheitsausfalls Wichtiges nicht mitgelernt werden, manchmal hat Rita vielleicht auch einfach nicht aufgepasst.

Eine gute Nachhilfeschule vor Ort weiß, was in Ritas Klasse im Fach Latein gerade vermittelt wird. Sie arbeitet parallel zum Lehrplan und kann Rita so bei aktuellem Schulstoff stützen.

Eine noch bessere Nachhilfeschule ist zudem in der Lage, alte Wissenslücken zu stopfen. Anhand von Ritas aktuellem Lateinproblem kann der Nachhilfelehrer aktuelles und gleichzeitig zurückliegendes Wissen vermitteln. Rita wird in der Nachhilfestunde also primär am aktuellen Unterrichtsstoff des Problemfachs arbeiten. Dies geschieht meist in Gruppen.

Anhand von Übungsblättern, die sie bearbeitet, kann der Nachhilfelehrer sehen, ob Rita den Stoff verstanden hat. Viele Fehler weisen ihn darauf hin zu wiederholen. Die Leistung auf den Arbeitsblättern und später auch die in den Klassenarbeiten sind also bei der Nachhilfe ein Indiz für Ritas Lateinkompetenz. Daran macht die Nachhilfe Ritas (und ihren) Erfolg messbar.

Lerntherapie (am Beispiel Deutsch)

Timo hat Probleme in Deutsch. Diktate schreibt er immer 5. Aufsätze sind meist so rot durch die Lehrerkorrektur, dass es ihn selber erschrickt. Timo hat viel gelernt und geübt, ja, er war sogar bei einer Nachhilfeschule. Leider hat das nicht viel gebracht, die Fehler schleichen sich immer wieder ein. Mittlerweile ist er sehr verzweifelt, lustlos und glaubt, er sei dumm.

Vielleicht leidet Timo unter einer LRS oder Legasthenie? Dann hilft ihm Lerntherapie.

Timos Schulprobleme haben in dem Fall ganz andere Ursachen als Ritas. Während Rita Erfolge erzielt, indem sie Wissenslücken stopft, muss Timo erst einmal seine Ursache erkennen und dann gezielt mit Hilfe eines Lerntherapeuten / Legasthenietrainers daran arbeiten.

Die Ursachen können ganz vielfältig sein. Ein guter Lerntherapeut findet sie nach einer umfangreichen Diagnose heraus. Timos Legasthenie ist in der Regel begründet in einer Teilleistungsschwäche: Teile der Leistungen, die erbracht werden müssen, um korrekt rechtschreiben zu können, sind bei Timo nicht ausreichend ausgebildet. 

Eine gute Lerntherapie erkennt die tiefergehenden Ursachen, sie arbeitet an der Basis der Probleme und nicht nur im symptomatischen Bereich, also nicht nur beim Schreiben.

Eine noch bessere Lerntherapie erkennt nicht nur Timos Schwächen und Ursachen für seine Legasthenie. Auch Timos Stärken sind von Bedeutung. Diese Lerntherapie nutzt die Stärken, um die Schwächen aufzufangen. Die Stärken werden für das Schreiben genutzt, die Schwächen werden basal, also von der Basis / Grundlage auf, trainiert.

Timo arbeitet in der Lerntherapie seltenst am aktuellen Schulstoff. Das hat er in der Nachhilfeschule erfolglos probiert. Stattdessen schult er seine Teilleistungen, seine Wahrnehmungskanäle, seine Konzentration und sein Selbstbewusstsein. Dies geschieht meist in einer Einzelförderung. 

 Der Lerntherapeut vermittelt ihm außerdem andere Wege, Tricks und Tipps für erfolgreiches Rechtschreiben, die so nicht in der Schule vermittelt werden. Timo übt spielerisch, handelnd, aber auch am Schreibtisch via Übungsmaterial.

So gilt für eine sehr gute Lerntherapie zudem: 

„Was zählt, ist die Begeisterung" – Wenn einem rechenschwachen Kind die Freude an Zahlen vermittelt wird, wenn ein leseschwaches Kind unbedingt wissen will, wie die Geschichte weiter geht, so haben wir Begeisterung und Lernfreude als Motivatoren auf unserer Seite.

Auch hier ist der Erfolg, ähnlich wie bei der Nachhilfe, nach außen hin messbar: Die Lösung der Übungsaufgaben und auch die Wiederholungen der Testungen zeigen schwarz auf weiß, ob Timos Förderkonzept Früchte trägt.

Lerncoaching

Anna ist fleißig, sie versteht die Erklärungen der Lehrerin, ihre Eltern stellen bei gemeinsamen Übungen fest, dass Anna den Schulstoff verinnerlicht hat.

Und dennoch: Anna hat auch Schulprobleme, ähnlich wie Rita und Timo. Sie schreibt genauso 5en – und niemand weiß, warum. Sie sagt von sich selber: „Ich hab so ein Brett vor dem Kopf, ich bin irgendwie blockiert."

Raul geht es ähnlich. Auch er ist gefrustet, weil es in der Schule nicht gut läuft. Er meint: „Ich übe so viel ich kann, aber die Zeit reicht nicht und dann weiß ich in der Arbeit nichts."

Sowohl Anna als auch Raul helfen weder gezielte Nachhilfe noch eine reine Lerntherapie. Stattdessen ist ein Lerncoaching empfehlenswert.

Auch hier ist eine Suche nach Ursachen unumgänglich, doch diese befinden sich oft in ganz anderen, facettenreichen Bereichen.

Raul beispielsweise hat das Lernen nicht lernen können. Ihm können Lerncoachingeinheiten zu den Themen Lernorganisation, Zeitmanagement, Struktur und Prüfungskompetenz helfen.

Anna kann jedoch ganz anders gelagerte Probleme haben. Im Fall von Anna gilt es herauszufinden, was sie blockiert und, wichtiger noch, wie sie die Blockaden löst. Anna helfen Coachingeinheiten zum Thema innere Ressourcen, Selbstwertgefühl, Stärken erkennen, aber auch Prüfungskompetenz.

Im Lerncoaching werden oft aktuelle Situationen wie bevorstehende Prüfungen aufgegriffen, um daran Grundlegendes zu erarbeiten.

Erfolge im Bereich Lerncoaching sind oftmals nicht auf dieselbe Weise sichtbar messbar wie in den anderen beiden beschriebenen Bereichen:

Viele Lerncoachingeinheiten bedienen sich nicht an Arbeitsblättern, die zur Leistungskontrolle dienen können. Stattdessen finden sich gesprächstherapeutische Ansätze wieder, Strategien aus dem NLP, Selbstreflexion und handelnde Übungen.

Der Erfolg ist jedoch für den Coachee selber, also für Anna und Raul, deutlich innerlich spürbar. Das wirkt sich dann nachhaltig auf Prüfungs-, Lern- und Schulsituationen aus. Bis das dort sichtbar wird, bedienen sich die Coachee in den Sitzungen eines „Launometers", denn wir als Lerncoaches, Eltern oder Partner können nicht in das Innere anderer Menschen blicken.

Lerncoaching setzt also, im Gegensatz zu Nachhilfe und Lerntherapie, primär an Timos, Annas inneren Werten, Einstellungen und Strategien an. 

Für einige Schüler ist es jedoch sinnvoll, die Bereiche Nachhilfe, Lerntherapie und Lerncoaching nicht streng getrennt voneinander zu betrachten. Eine Einwebung einzelner Lerncoaching-Elemente in die Lerntherapie ermöglicht eine noch ganzheitlichere Vorgehensweise und ist daher noch erfolgreicher.

Mental- und Emotionscoaching

„Ich werde nicht versetzt, wenn ich mich mündlich weiterhin nicht melde. Ich verstehe gar nicht, wieso ich das nicht tue, ich weiß doch alles", ärgert sich Mirja. Frau T. klagt: „Mein Sohn verweigert die Schule, ich bin so verzweifelt, dass ich selber nicht mehr weiter weiß." 

Sowohl Mirja als auch Frau B oder deren Sohn stehen sich selbst im Weg, sind in speziellen Situation nicht Herr(in) seiner / ihrer selbst, fühlen sich ausgebremst, um nur einige Anzeichen zu nennen. 

Ist dies der Fall, ist zu einem Emotionscoaching mit wingwave® zu raten, um so die innere Handbremse zu lösen.

Beim Emotionscoaching werden mentale Blockaden gelöst, noch nicht verarbeitete Erlebnisse bewältigt und vorhandene Ressourcen gestärkt. Um dies zu erreichen, werden erprobte Methoden aus unterschiedlichen Bereichen im wingwave® - Konzept kombiniert.

Es handelt sich nicht um eine langwierige Psychotherapie, sondern um eine unpsychologische Art des Kurzzeitcoachings.

Nach spätestens 3 Sitzungen ist eine Verbesserung der mentalen Lage spürbar, viele Coachees merken dies bereits nach der ersten Sitzung.

Auch im Emotionscoaching gibt es keine Tests und Arbeitsblätter, mit denen sich ein Erfolg sichtbar machen lässt. Auch hier arbeiten wir mit dem sogenannten Launometer, mit Selbstreflexion und Beobachtungen. Zudem wird der wissenschaftlich erprobte Myostatiktest dazu genutzt, um sichtbar zu machen, ob stressende oder blockierende Dinge nun „verkraftbar" sind.